1000 und 1 Nacht

Zum Ende meines Aufenthaltes hier in Ecuador wollte ich gerne eine Zusammenfassung schreiben und mit euch alle meine Eindrücke teilen. Ich dachte 1000 und 1 Nacht passt ganz gut auch wenn es eher so um die 233 Nächte waren.

Mein Wunsch nach dem Abi nach Ecuador zu gehen war eigentlich schon in meinem Kopf seit mein Bruder nach Ecuador ging (auch für 1 Jahr) und ich neidisch zu Hause bleiben musste. Seit dem war das mein wichtigstes Ziel (nach meinem Schulabschluss natürlich). Ich weiß noch wie ich in den letzten Monaten in Deutschland, es kaum noch erwarten konnte endlich die Klausuren hinter mir zu haben und in den Flieger zu steigen und alles zu vergessen und komplett neu zu starten. Ja. Naiv.

Mein Abschied aus Deutschland war dann doch nicht so leicht wie gedacht, da ich schon sehr schnell nach meiner Ankunft hier gemerkt habe, wie sehr mir meine Freunde fehlten. Zum Glück muss ich sagen, dass meine Familie die erste Zeit noch bei mir war und mir dadurch (so denke ich jetzt) doch einiges erleichtert hat. Ich war eigentlich nie ein Mensch mit Heimweh und schon als Kind oft Wochenlang von zu Hause und meinen Eltern weg. (Im Urlaub mit meinem Onkel etc.) Aber…hier zu sein, so weit weg von zu Hause und wissen, dass man erst in ein paar Monaten wieder zurück kommt, ist dann doch nochmal was anderes. Und so gab es dann doch die ein oder andere Nacht, in der das Kopfkissen ein paar Tränen auffangen durfte.

Aber gut…ich fang lieber mal Chronologisch an um nicht alles durcheinander zu werfen. Ihr dürft euch auf einen längeren Post als normal freuen 😉

Juli – August 2016.

Am 07.07.2016 war unser Abiball und zwei Tage danach, also am 09.07 ging auch schon mein Flug nach Ecuador. Erstmal Urlaub und Entspannung. Wir haben Zeit mit der Familie verbracht und sind durchs Land gereist. Dabei durfte ich tolle Orte kennenlernen und habe unvergessliche Momente erleben dürfen. Wie z.B. in Puerto Lopes oder auf der Isla de la Plata als wir die Wale beobachtet haben. Dann durfte ich aus dem Fenster meines Hosteria-Zimmers sehen, wie ein Vulkan ausbrach und hatte im Paradies auf Erden, Schmetterlinge auf meinem Arm sitzen, die größer waren als mein Bizeps. (Ihr könnt mehr zu meiner Reise in meinen älteren Posts lesen falls ihr die noch nicht kennt).

Nachdem unsere Rundreise zu Ende war, hieß es dann Abschied nehmen. Tschüss Mama und Papa, wir sehen uns in einem Jahr. Natürlich musste ich mich auch von meinem Bruder verabschieden, aber der wohnt schon länger nicht mehr bei uns zu Hause und da ist es schon fast „normal“ ihn nicht so oft zu sehen.

September 2016.

Am 09.09.2016 fing dann auch schon mein FSJ oder Praktikum bei ETAPA an. In einem Team das ich nicht kannte, in einem Gebiet von dem ich keine Ahnung hatte… Ich wurde jedoch sofort Herzlich aufgenommen und habe mich schnell an den Alltag gewöhnt und in meine Aufgaben herein gefunden. (wer nicht weiß was ich mache: https://keepingupwiththemaria.wordpress.com/etapa-educacion-ambiental/ )

Und dann kam auch schon mein 19. Geburtstag. Mein erster Geburtstag den ich ohne meine Freunde und Familie verbracht habe (und auch hier: wenn ich von Familie rede meine ich immer meine Eltern und meinen Bruder. Ich habe ja hier Familie. Aber das immer zu erklären…ist zu anstrengend 😉 ). Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass ich am morgen meines Geburtstages einen Blumenstrauß in meinem Zimmer fand, mit grüßen aus Deutschland.

Oktober 2016.

Ja…also im Oktober ist eigentlich nichts weiter spannendes passiert…also nichts an das ich mich jetzt so direkt erinnern würde. Ich war wie gewohnt arbeiten und habe die Schulen besucht. An Wochenenden bin ich ab und zu mit einen meiner zahlreichen Cousins ausgegangen und habe die Stadt im dunklen kennen gelernt 😉 und obwohl Aachen klein ist und auch nicht so viel zu bieten hat… im Gegensatz zu hier fezt Aachen richtig 😀 Das war wohl eines der Dinge die ich am meisten vermisst habe. Mit meinen Freunden raus gehen und um 4 Uhr morgens zu Fuß nach Hause laufen weil man den letzten Bus verpasst hat und keine angst zu haben beklaut zu werden. Nicht das man hier in Cuenca nichts machen kann und direkt ausgeraubt wird… aber gerade als junges Mädchen und dann auch noch Ausländer, sollte man doch aufpassen mit wem man, wo hingeht.

November 2016.

Langsam aber sicher wurde es immer wärmer und wärmer aber gleichzeitig auch regnerischer. Also nicht so als hätte es vorher nicht mindestens ein mal pro Tag geregnet… Also hier ist das so…Morgens bis Mittags knallt dir die Äquatorsonne auf den Schädel, dass du denkst, dass du lebend gekocht wirst. Dann geht man ins Restaurant essen, kommt raus und findet sich in einem Platzregen wieder der dich im Null Komma Nichts bis auf die Knochen aufweicht. Richtig cool. Aber was wirklich cool war, (Ha! That Überleitung) war, dass im November auch die Ausflüge in den Nationalpark Cajas anfingen. Ich durfte also Erfahrungen im Parkranger da sein sammeln. Oder eher Guide…aber gut.

Dezember 2016.

Die Ausflüge mit den Schulklassen die im November anfingen, wurden im Dezember weitergeführt und mit jedem mal wurde meine Ausdauer besser und meine Lungen brannten nicht mehr nachdem ich die 20 Stufen auf 4000M erklomm. Das hinderte aber nicht die Kinder daran, der Reihe nach umzukippen und in den Bus zu … na ihr wisst schon. Trotzdem waren die Ausflüge wohl einer der coolsten Parts meines FSJs. Ich habe Lamas, Tucane und Häschen beobachten können. Und Hinterlassenschaften von größeren Raubtieren gefunden. Und dann…war auch schon Weihnachten. Also wenn man es in Deutschland nicht schafft in Weihnachtsstimmung zu kommen…dann hier erst recht nicht. Ich bin oder war eh kein großer Fan von Weihnachten. Aber dieses Jahr habe ich dann doch gemerkt, wie sehr mir unser traditionelles Weihnachtsfest aus Deutschland gefehlt hat. Und genauso schnell wie Weihnachten an mir vorbeizog, zog auch Silvester an mir vorbei und ich fand mich im neuen Jahr wieder.

Januar 2017.

Ich weiß nicht mehr wann genau es war, dass ich festgestellt habe, dass ich wegen der Uni (und auch anderen Gründen) 4 Monate früher als geplant zurück fliegen muss. Meine Pläne wurden also auf den Kopf gestellt und ich musste gucken wie ich in der Zeit die mir noch bleibt alles Umsetzte was ich mir so vorgenommen hatte. Ich wollte noch zu meiner Patentante ziehen und mit ihr Zeit verbringen. Und ich wollte noch Reisen. Zu meiner Patentante bin ich dann auch ziemlich direkt nach Silvester gezogen und lebe seit dem dort. Und wie das immer so ist wenn man denkt, „ach ich hab ja noch 2 Monate“ dann ist einer davon auch schon vorbei.

Februar 2017.

Heute ist Dienstag der 21.Februar und am Freitag beende ich meine Arbeit in den 40 Grundschulen die wir besuchen. Und so stressig diese auch war. Ich werde sie vermissen. Und falls einer meiner Lehrer das hier lesen sollte. ES TUT MIR LEID WAS ICH IHNEN IN DER 6 KLASSE ALLES ANGETAN HABE! WIRKLICH! UND ICH SPRECHE MEINEN RESPEKT DAFÜR AUS, WAS SIE JEDEN TAG LEISTEN. Und viel Spaß noch…Sie müssen ja nur noch bis zur Rente aushalten.

Und jetzt werden wir nochmal ernst. Ich habe in diesen 8 Monaten die ich hier verbringen durfte so viele Dinge kennengelernt. So viele nette Leute getroffen die ich jetzt Freunde nennen darf. Ich habe so viel für mich gelernt und bin gewachsen (also nicht Physisch…ich bin immer noch klein…sonder geistig. Wenn man das so sagen kann) Diese Zeit hier und meine Erfahrung auf der Arbeit mit meinen Kollegen und allen anderen Menschen die mich begleitet haben, haben mich mit Sicherheit geprägt und meine Persönlichkeit nicht verändert sondern -ja wie soll ich sagen- vielleicht geformt oder gestaltet und ich bin dankbar dafür.

In ca 3 Wochen geht es also für mich wieder nach Hause aber bevor das passiert, werde ich noch viel erleben. Meine Abschiedsfeier auf der Arbeit steht an…Dann steht Karneval vor der Türe (wovor ich um ehrlich zu sein ein bisschen Angst habe) und ich werde noch eine kleine Tour durch den Norden machen auf die ich mich sehr freue und von der ich euch natürlich berichten werde.

DSC_0120

Ich hoffe euch hat dieser Rückblick gefallen und begleitet mich noch auf dem Rest meiner Reise.

Als ich diesen Blog angefangen habe, habe ich wirklich nicht mit so viel Interesse und so vielen Rückmeldungen gerechnet. Um ehrlich zu sein, dachte ich, dass meine Mama meine einzige Leserin sein würde. Aber ich habe eben mal einen Blick in meine Statistiken geworfen und gesehen, wie weit mein Blog reicht. Leser aus aller Welt. (Wobei ich mir sicher bin, dass einige davon Freunde aus der Schule sind, die gerade auch rumreisen) Aber ich bekomme auch Klicks aus Ägypten, Indonesien und Serbien und noch anderen Ländern. Und ich frage mich zwar wie diese Leute meinen Blog gefunden haben aber ich freue mich natürlich, denn mit so einer Reichweite hätte ich halt wirklich nicht gerechnet.

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Ein Gedanke zu “1000 und 1 Nacht

  1. C.Alicia schreibt:

    Espero tengas unas lindas vacaciones y trata de mirar no solamente con los ojos, seguramente vas a descubrir más de lo que piensas!!.No te olvides de hacer muchas fotos!!!.
    buen viaje!.

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